Ganzheitliche Bildung stärkt Jugendliche nachhaltig
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Nun ist es entschieden: Brücke Le Pont baut ihr Programm in Westafrika aus. Seit mehr als 30 Jahren schon in Benin und Togo tätig, beginnen wir nun auch mit der Etablierung unseres Programms «Arbeit in Würde» in Ghana. Trotz der schwierigen nationalen und internationalen Politlage. Denn diese ändert nichts an den Erfahrungen, die wir zusammen mit unseren Partnerorganisationen vor Ort über Jahre aufgebaut haben.
Gerade im Bereich der Landarbeit. Denn wie im Kochbananensektor in Togo und dem Ananasbereich in Benin haben die drei Pilotprojekte in Ghana zum Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Landarbeit zu stärken. Eines der Projekte ist bereits ausführlich ausgearbeitet. Im Fokus: der Gemüse und Reissektor. Denn gerade in diesen beiden Bereichen sind die Produzent*innen und Landarbeiter*innen von Lohnungleichheit, schwankendem Einkommen, Belästigung und allgemein prekären Arbeitsbedingungen betroffen. Zugleich sind die Betroffenen, häufig sind es Frauen und Jugendliche, in der Regel von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen, was ihre Verhandlungsmacht deutlich schwächt.
Gestartet hat das Projekt im vergangenen Juni, die Pilotphase dauert ein Jahr. Danach werden die gesetzten Projektziele evaluiert. Das heisst: Inwiefern die Geschäftspraktiken in den Wertschöpfungsketten in den beiden Sektoren verbessert und ob die Gewerkschaften und weitere Bündnisse gestärkt wurden. Letztlich verbindet das Projekt zwei Aspekte: die wirtschaftliche Resilienz der Arbeiter*innen und die rechtliche Position der rund 400 Menschen, die anfänglich direkt vom Projekt profitieren sollen. Indirekt nehmen 1200 Menschen an der Pilotphase teil. Dass zunächst eher wenige Menschen am Projekt teilnehmen, unterliegt einer bewussten Entscheidung. Denn erst nachdem wir die Wirkung des Pilotprojekts festgestellt haben, wird die Anzahl Projektteilnehmer*innen erhöht.
Wie in den anderen Landesprogrammen von Brücke Le Pont arbeitet man auch in Ghana eng mit lokalen Partnerorganisationen zusammen; namentlich «International Development Enterprises Ghana» (iDE) sowie die «General Agricultural Workers‘ Union» (GAWU). iDE ist seit 2009 in Ghana präsent und verfügt über viel Wissen in Landwirtschafts-, Ernährungs-, Klimaresilienz- und Marktsystemprogrammen. iDE leitet das Projekt. GAWU wiederum ist die grösste landwirtschaftliche Gewerkschaft Ghanas. Gegründet wurde sie 1959, die Mitgliederbasis ist breit. Viel Kompetenz bringt GAWU sowohl im formellen als auch im informellen Sektor mit.
Brücke Le Pont ist zuversichtlich, die Landarbeit im Gemüse- und Reissektor nachhaltig zu verbessern. Die beiden Landwirtschaftsbereiche eignen sich insbesondere, weil die Menschen in Ghana häufig in diesen beiden Sektoren gleichzeitig tätig sind. Nicole Bolliger, Co-Verantwortliche des Westafrika-Programms von Brücke Le Pont, sagt: «Im Projekt binden wir die verletzlichste Gruppe der Wertschöpfungskette ein: die Landarbeiter*innen. Dabei werden sowohl ihr Einkommen als auch ihre Arbeitsrechte nachhaltig gestärkt.»