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Nach der Inkraftsetzung der überarbeiteten EU-Konzernverantwortungsrichtlinie (CSDDD) im März 2026 verfügt bis 2028 fast ganz Europa über Konzernverantwortungsregeln – ausser die Schweiz. Es gilt jetzt, den Rückstand aufzuholen und griffige Regeln für Konzerne einzuführen. Dies ist nötig, weil die Schweiz ein wichtiger Konzernstandort ist und regelmässig Skandale von Konzernen mit Sitz in der Schweiz die Schlagzeilen prägen.
Die neue Konzernverantwortungsinitiative wurde im Januar 2025 lanciert und in Rekordzeit von tausenden Freiwilligen gesammelt. Hinter der Initiative steht ein breites Komitee aus Politiker*innen aller Lager, Unternehmer*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft. Auch Brücke Le Pont trägt die Initiative mit. Der Bundesrat hat heute einen indirekten Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative in die Vernehmlassung geschickt, der sich an den europäischen Regeln orientieren soll. Konkret schlägt er vor, dass Konzerne ab 5000 Mitarbeitenden und 1,5 Milliarden CHF Umsatz Sorgfaltspflichten zum Schutz von Menschenrechten und Umwelt einhalten müssen.
Die Koalition für Konzernverantwortung wird die Bundesrats-Vorlage nun im Detail prüfen und an der Vernehmlassung teilnehmen. «Zentral für uns ist, dass die Regeln wirksam sind und Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung verhindert werden. Dabei muss auch der Hochrisikosektor Rohstoffhandel berücksichtigt werden», sagt Mitte-Nationalrat und Komiteemitglied Stefan Müller-Altermatt. «Die Schweiz hat als globaler Rohstoffhandelsplatz eine besondere Verantwortung. Viele der Rohstoffhändler haben zwar milliardenhohe Umsätze, weisen aber eine tiefe Mitarbeiterzahl auf und müssten somit mit dem bundesrätlichen Vorschlag weiterhin keine Konsequenzen für problematische Geschäfte befürchten.»
So verfügt der Genfer Rohstoffhandelskonzern IXM beispielsweise über einen Umsatz von 20 Milliarden Franken bei nur 450 Mitarbeitenden. In Namibia ist er mitverantwortlich für eine weitreichende Arsenvergiftung neben der Kleinstadt Tsumeb. Ein weiteres Beispiel sind die Rohstoffhändler Gunvor und Mercuria, die trotz Umsätzen von rund 100 Milliarden Dollar die Mitarbeiterschwelle von 5’000 ebenfalls nicht erreichen. So könnten Gunvor und Mercuria weiterhin an Geschäften mitverdienen, welche Umwelt und Gesundheit schädigen, wie beispielsweise dem Verkauf dreckiger Treibstoffe.