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In ländlichen Gemeinden entsteht die lokale Wirtschaft Tag für Tag auf den Feldern, in den Verarbeitungsbetrieben, auf den Märkten und in den Haushalten. Sie beruht auf der Arbeit der Produzent*innen, dem Know-how der Verarbeiter*innen und der Fähigkeit der Gemeinden, aus den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen einen Wert zu schaffen. Die lokale Wirtschaft zu stärken bedeutet genau genommen: diese Dynamiken zu unterstützen, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.
Genau dies tun wir im Projekt Agrivaleur. Zusammen mit Brücke Le Pont und der lokalen NGO LDLD unterstützen wir von Capacités-21 die Wirtschaft in den Departementen Mono-Couffo, Atlantique, Collines und Zou. Mit dem Projekt begleiten wir die Marktteilnehmer*innen an der Basis der Wertschöpfungsketten für Maniok, Reis und Palmöl. Dabei zielen wir darauf ab, diese zu stärken, die Produktqualität zu verbessern, den Marktzugang zu erleichtern und nachhaltigere Lebensgrundlagen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Gemeinden zu fördern.
Konkret arbeiten wir mit staatlichen und privaten Akteur*innen zusammen, um Maniokproduzent*innen, Frauen, die Maniok zu Lebensmitteln wie Gari, Tapioka und Lafun verarbeiten, sowie Verarbeiter*innen von Palmnüssen zu rotem Öl einen besseren Zugang zu Dienstleistungen zu ermöglichen. Diese Aktivitäten stellen für viele Familien eine wichtige Einkommensquelle und eine tragende Säule der lokalen Wirtschaft dar.
Einer der Schwerpunkte des Projekts ist der Kapazitätsaufbau. Produzieren allein reicht nicht immer aus: Es ist notwendig, unter guten Bedingungen zu verarbeiten und qualitativ hochwertige Produkte anzubieten. Indem wir die Projektteilnehmer*innen bei der Verbesserung ihrer Praktiken begleiten, tragen wir dazu bei, die Qualität der Endprodukte zu steigern, lokale Erzeugnisse besser zu verwerten und die wirtschaftlichen Perspektiven der Gemeinden zu verbessern. So sagt die Maniokverarbeiterin
und Projektteilnehmerin Hélène Dotou: «Früher war die Verarbeitung sehr mühsam und das Ergebnis nicht immer zufriedenstellend. Heute achten wir mehr auf die Qualität, was unsere Chancen erhöht, Zugang zu lukrativeren Märkten zu erhalten.»
Das Projekt beschränkt sich jedoch nicht auf Schulungen. Es ermöglicht auch die Anschaffung verschiedener Verarbeitungsgeräte, die die Arbeit erleichtern und den Verarbeitungsprozess verbessern. Diese Unterstützung ist besonders wichtig für die Frauen, die bei diesen Tätigkeiten eine zentrale Rolle spielen. Diese Geräte stellen eine echte Erleichterung im Alltag dar, da sie die Arbeit vereinfachen, Zeit sparen und eine bessere Organisation der Tätigkeiten ermöglichen. Wie Ayaba Mehouendou, Vorsitzende der Maniokverarbeitungsgenossenschaft im Dorf Tohouin, sagt: «Mit den Geräten ist die Arbeit für uns weniger anstrengend. Wir sparen Zeit, werden weniger müde und können uns besser organisieren.»
Das Projekt Agrivaleur widmet auch der Wandertierhaltung besondere Aufmerksamkeit, die heute ein wichtiger Faktor für die Verschlechterung der Maniokfelder ist. In mehreren Ortschaften verursacht der Durchzug der Herden erhebliche Schäden, wodurch die Ernten gefährdet und die Einkünfte der Produzent*innen geschwächt werden. Die Maniokproduzentin Cécile Lima drückt es so aus: «Wenn unsere Felder zerstört sind, sind all unsere Anstrengungen umsonst. Dieses Problem zu berücksichtigen ist für uns sehr wichtig, denn unsere Produktion hängt davon ab.»
Indem das Projekt diese Problematik einbezieht, zeigt es, dass eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung nicht ohne Berücksichtigung der Realitäten vor Ort denkbar ist. Durch die Zusammenarbeit zwischen Capacités-21, der NGO LDLD und Brücke Le Pont werden somit konkrete Antworten auf die Bedürfnisse der Gemeinden gegeben. Durch die Unterstützung er Produzent*innen und Verarbeiter*innen, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Aufwertung der lokalen Wertschöpfungsketten trägt diese Partnerschaft direkt zur Stärkung der lokalen Wirtschaft bei.
Im Grunde erinnert das Projekt Agrivaleur an eine wesentliche Erkenntnis: Wirtschaftliche Entwicklung macht erst dann Sinn, wenn sie von den Gemeinden, ihren Ressourcen, ihrem Know-how und ihren Realitäten ausgeht. Und wenn man in diese lokalen Stärken investiert, kommt eine ganze Region voran.